Gürtelrose-Impfung in Hanau

Eine Gürtelrose ist keine harmlose Hauterkrankung. Sie kann sehr schmerzhaft verlaufen – und bei einem Teil der Betroffenen bleiben die Nervenschmerzen über Monate oder Jahre bestehen, auch wenn der Ausschlag längst verheilt ist.

Dagegen gibt es eine wirksame Impfung. Für Menschen ab 60 Jahren ist sie eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.

Warum eine Gürtelrose überhaupt entsteht

Wer als Kind Windpocken hatte, trägt das Varizella-Zoster-Virus ein Leben lang in sich. Es zieht sich in die Nervenknoten zurück und bleibt dort jahrzehntelang unbemerkt.

Lässt die Abwehrkraft nach – durch das Alter, eine Erkrankung, Medikamente oder auch starken Stress – kann das Virus wieder aktiv werden. Dann wandert es entlang eines Nervs zur Haut und verursacht den typischen gürtelförmigen, brennenden Ausschlag.

Etwa jeder Dritte erkrankt im Lauf des Lebens an einer Gürtelrose. Das Risiko steigt deutlich ab dem 60. Lebensjahr.

Was die Impfung verhindern soll

Der eigentliche Grund für die Impfempfehlung ist nicht der Ausschlag, sondern seine häufigste Spätfolge: die Post-Zoster-Neuralgie.

Dabei bleiben brennende, stechende Nervenschmerzen in dem betroffenen Hautgebiet bestehen – oft über Monate, manchmal über Jahre. Schon leichte Berührung durch Kleidung kann schmerzhaft sein. Diese Schmerzen sind schwer zu behandeln, und das Risiko dafür steigt mit dem Alter deutlich an.

Genau deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung als Standardimpfung ab 60.

Für wen die Krankenkasse zahlt

Ab 60 Jahren – für alle

Die Impfung ist Standardimpfung und damit Kassenleistung für alle Menschen ab dem 60. Geburtstag, unabhängig von Vorerkrankungen.

Bei erhöhtem Risiko – auch früher

Bei bestimmten Grunderkrankungen oder einer Immunschwäche ist die Impfung schon vor dem 60. Lebensjahr empfohlen und wird von den Kassen übernommen. 

Dazu zählen zum Beispiel:

  • angeborene oder erworbene Immunschwäche
  • Behandlung mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken
  • schwer verlaufender Diabetes mellitus
  • chronische Nierenerkrankung
  • rheumatoide Arthritis, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
  • Asthma oder COPD in ausgeprägter Form

Wichtig dabei: Es geht um ausgeprägte oder schwer eingestellte Verläufe. Bei einer leichten, gut behandelten chronischen Erkrankung besteht kein deutlich erhöhtes Risiko, und die Impfung ist dann nicht empfohlen.

Sie sind sich nicht sicher, ob Sie dazugehören? Sprechen Sie uns an – wir schauen gemeinsam auf Ihre Krankengeschichte und schauen, ob Sie für die Impfung in Frage kommen.

So läuft die Impfung ab

Sie brauchen zwei Impfungen im Abstand von zwei bis sechs Monaten. Erst nach der zweiten Dosis ist der Schutz vollständig aufgebaut.

Der Mindestabstand von zwei Monaten ist wichtig – wird zu früh geimpft, baut sich der Schutz nicht ausreichend auf. Bei einer ausgeprägten Immunschwäche kann ein kürzerer Abstand von einem Monat sinnvoll sein; das besprechen wir individuell.

Wir tragen die Termine für Sie ein und erinnern Sie an die zweite Impfung, damit sie nicht untergeht.

Zu spät für die zweite Dosis? Kein Grund, von vorn anzufangen. Auch wenn zwischen den beiden Impfungen mehr Zeit vergangen ist als geplant, wird die Serie fortgesetzt und nicht neu begonnen.

Der Impfstoff

Verwendet wird Shingrix – ein Totimpfstoff, der keine vermehrungsfähigen Viren enthält. Er kann deshalb auch Menschen mit geschwächtem Immunsystem gegeben werden.

Der ältere Lebendimpfstoff gegen Gürtelrose wird in Deutschland nicht mehr eingesetzt. Die STIKO empfiehlt ausdrücklich den Totimpfstoff.

Ehrlich zur Verträglichkeit

Shingrix ist wirksam, aber spürbar. Das sagen wir Ihnen lieber vorher als hinterher.

Häufig sind in den ersten Tagen:

  • Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle
  • Muskelschmerzen und Müdigkeit
  • Kopfschmerzen, gelegentlich leichtes Fieber oder Schüttelfrost

Diese Reaktionen klingen meist nach zwei bis drei Tagen wieder ab. Sie sind ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem arbeitet – etwas unangenehm, aber nicht gefährlich.

Unser praktischer Rat: Legen Sie den Impftermin nicht auf den Tag vor einer wichtigen Verpflichtung. Viele Patientinnen und Patienten fühlen sich am Tag danach schlapp.

Häufige Fragen

Ich hatte schon eine Gürtelrose. Soll ich mich trotzdem impfen lassen?

Ja. Eine durchgemachte Gürtelrose schützt nicht zuverlässig vor einer erneuten Erkrankung. Die Impfung ist auch danach empfohlen. Warten Sie damit aber, bis die akute Erkrankung vollständig abgeklungen ist. 

Ich weiß nicht, ob ich Windpocken hatte.

Das ist kein Hindernis. In Deutschland haben nahezu alle Erwachsenen über 50 die Windpocken durchgemacht, oft ohne Erinnerung daran. Ein Bluttest ist vor der Impfung nicht erforderlich.

Kann ich die Impfung zusammen mit der Grippeimpfung bekommen?

In der Regel ja – beide Impfungen können am selben Termin gegeben werden. Das spart Ihnen einen Weg. Sprechen Sie uns im Herbst darauf an.

Wie lange hält der Schutz?

Nach heutigem Kenntnisstand hält der Impfschutz mehrere Jahre an; Studien deuten auf einen längeren Schutz hin. Eine Auffrischung ist derzeit nicht vorgesehen.

Ist das dieselbe Impfung wie gegen Windpocken?

Nein. Die Windpocken-Impfung ist eine Kinderimpfung mit einem Lebendimpfstoff. Die Gürtelrose-Impfung ist ein Totimpfstoff für Erwachsene und schützt vor der Reaktivierung des Virus.

Was kostet die Impfung, wenn ich sie selbst zahle?

Wenn Sie die Voraussetzungen für die Kassenleistung nicht erfüllen, können Sie sich auf eigenen Wunsch impfen lassen. [PRÜFEN: Kosten je Dosis ergänzen oder auf ein Beratungsgespräch verweisen]

Ich bin privat versichert.

Die meisten privaten Krankenversicherungen übernehmen von der STIKO empfohlene Impfungen. Fragen Sie im Zweifel vorab bei Ihrer Versicherung nach.

Termin vereinbaren

Buchen Sie Ihren Impftermin online (wählen Sie als Termintyp „Impfung“) und geben Sie als Grund Ihres Besuchs „Gürtelrose“ an.

Sie sind noch nicht bei uns in Behandlung? Wir nehmen neue Patientinnen und Patienten auf – so werden Sie Patient.

Bringen Sie bitte Ihren Impfpass mit. Wir prüfen im selben Termin kostenlos, ob weitere Auffrischungen anstehen. Einen Überblick über alle Impfungen finden Sie unter Impfungen.

Medizinisch geprüft von Annabelle Vogel, Fachärztin für Allgemeinmedizin – zuletzt aktualisiert am 22.08.2026

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