Thailand ist das beliebteste Fernreiseziel der Deutschen, und Vietnam, Kambodscha und Bali holen seit Jahren auf. Medizinisch ähneln sich die Ziele – im Detail gibt es aber Unterschiede, die für Ihre Reise wichtig sind.
Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick. Welche Impfungen für Sie sinnvoll sind, hängt von Ihrer Route, Ihrer Reisezeit und Ihrer Reiseart ab – das klären wir im Beratungsgespräch.
Bitte planen Sie sechs bis acht Wochen Vorlauf ein. Warum das wichtig ist
Zuerst: der Impfpass
Bevor es um Reiseimpfungen geht, schauen wir auf Ihren normalen Impfschutz. Bei vielen Erwachsenen fehlt hier mehr, als sie denken – Tetanus, Diphtherie, Polio, bei Jüngeren auch Masern.
Diese Standardimpfungen sind Kassenleistung und werden gern übersehen, weil alle nur an die exotischen Impfungen denken. Dabei ist eine Tetanusinfektion nach einem Sturz vom Moped ein realistischeres Risiko als vieles andere.
Bringen Sie Ihren Impfpass vor dem Termin in der Praxis vorbei. Wir prüfen ihn und sagen Ihnen, was fehlt.
Diese Reiseimpfungen kommen für die Region infrage
Hepatitis A – Übertragung über verunreinigte Lebensmittel und Wasser. Für Reisen in die Region praktisch immer empfohlen, unabhängig von Reisestil und Unterkunft.
Hepatitis B – Übertragung über Blut und Sexualkontakte, außerdem relevant bei medizinischer Behandlung vor Ort, bei Tätowierungen und Piercings. Sinnvoll besonders bei längeren Aufenthalten und bei jüngeren Reisenden.
Typhus – Übertragung über Lebensmittel und Wasser. Sinnvoll vor allem bei einfacheren Reisebedingungen, Streetfood und Reisen abseits der Hotelanlagen.
Tollwut – der Punkt, den wir besonders ernst nehmen, dazu gleich mehr.
Japanische Enzephalitis – durch Mücken übertragen, vor allem in ländlichen Gebieten mit Reisanbau und Schweinehaltung. Relevant bei längeren Aufenthalten auf dem Land oder in der Regenzeit, nicht für den zweiwöchigen Strandurlaub.
Dengue – inzwischen gibt es eine Impfmöglichkeit, die aber nicht für alle Reisenden empfohlen wird und eine individuelle Abwägung erfordert. Wir besprechen im Gespräch, ob das für Sie infrage kommt.
Tollwut: unterschätzt und wichtig
In Thailand, Indonesien, Vietnam und den Nachbarländern kommt Tollwut vor. Übertragen wird sie durch Bisse, Kratzer oder auch nur Belecken offener Haut – durch Hunde, Katzen, Affen und Fledermäuse.
Warum wir das besonders betonen:
- Freilaufende Hunde gehören in vielen Regionen zum Alltag.
- Affen an Tempeln und Touristenorten sind zutraulich, schnell und bekommen oft Futter – genau dort passieren die meisten Zwischenfälle. Bali ist dafür bekannt.
- Eine ausgebrochene Tollwut verläuft praktisch immer tödlich.
- Nach einem Kontakt brauchen Sie umgehend eine Behandlung. Ungeimpft benötigen Sie dafür ein Immunglobulin, das in vielen Regionen schwer oder gar nicht verfügbar ist. Geimpft brauchen Sie nur zwei Auffrischungen – die es fast überall gibt.
Die Impfung erspart Ihnen also nicht den Arztbesuch nach einem Biss, aber sie macht ihn aus einem Notfall zu einer planbaren Sache.
Nach jedem Tierkontakt gilt: Wunde sofort und gründlich mindestens 15 Minuten mit Wasser und Seife auswaschen, desinfizieren und noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen – auch bei einem kleinen Kratzer.
Malaria in der Region
Das Malariarisiko ist in Südostasien insgesamt niedriger als in Afrika und in den touristischen Zentren, auf den bekannten Inseln und in den Städten meist gering.
Anders sieht es in einzelnen Grenz- und Waldgebieten aus, und Indonesien ist regional sehr unterschiedlich. Ob für Sie eine vorbeugende Einnahme, ein Notfallmedikament oder allein konsequenter Mückenschutz das Richtige ist, hängt genau von Ihrer Route ab.
Mehr dazu unter Malariaprophylaxe.
Wichtig unabhängig davon: Mückenschutz schützt auch vor Dengue und Chikungunya – und dagegen hilft kein Prophylaxe-Medikament. Die tagaktive Tigermücke, die Dengue überträgt, sticht anders als die Malariamücke auch tagsüber.
Kurz zu den einzelnen Ländern
Thailand
Gut ausgebaute medizinische Versorgung in Bangkok und den Touristenzentren, spürbar dünner auf dem Land und den kleineren Inseln. Malariarisiko vor allem in Grenzgebieten. Tollwut ist präsent.
Vietnam
Ähnliches Profil wie Thailand. Bei Rundreisen vom Norden in den Süden lohnt sich ein genauer Blick auf die Route, weil sich Klima und Risiken deutlich unterscheiden. Japanische Enzephalitis ist bei längeren Aufenthalten auf dem Land ein Thema.
Kambodscha und Laos
Einfachere Infrastruktur, medizinische Versorgung außerhalb der Städte begrenzt. Hier sind Typhus und Hepatitis A besonders relevant, und der Schutz vor Mückenstichen bekommt mehr Gewicht.
Indonesien und Bali
Bali ist medizinisch gut versorgt, das Malariarisiko dort gering. Tollwut ist auf Bali ein ernstes Thema – sowohl durch Hunde als auch durch Affen. Andere Inseln Indonesiens, besonders im Osten, haben ein deutlich anderes Risikoprofil. Wer über Bali hinausreist, sollte das im Gespräch ansprechen.
Malaysia, Singapur und die Philippinen
Singapur ist medizinisch auf westlichem Niveau. Malaysia und die Philippinen liegen dazwischen, mit deutlichen Unterschieden zwischen Städten und ländlichen Regionen.
Woran die meisten Reisen tatsächlich scheitern
Das sagen wir offen, weil es in keiner Impfliste steht: Die häufigsten gesundheitlichen Probleme auf Südostasienreisen sind keine tropischen Infektionen.
Reisedurchfall trifft einen erheblichen Teil aller Reisenden. Meist harmlos, aber unangenehm – und gefährlich vor allem durch den Flüssigkeitsverlust. Elektrolytpulver gehört deshalb in jede Reiseapotheke.
Unfälle mit dem Motorroller sind die häufigste Ursache für schwere Verletzungen bei jungen Reisenden in Thailand und auf Bali. Helm tragen, nicht ohne Fahrerlaubnis fahren, und vorher prüfen, ob die Auslandskrankenversicherung Rollerunfälle überhaupt abdeckt – viele tun das nicht oder nur mit gültigem Führerschein.
Hitze und Sonne, gerade in den ersten Tagen. Trinken Sie mehr (Wasser), als Sie für nötig halten.
Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist bei diesen Zielen keine Option, sondern Pflichtprogramm.
Nach der Rückkehr
Bei Fieber nach der Reise gehen Sie bitte zeitnah zum Arzt und sagen Sie dazu, wo Sie waren – auch wenn die Reise schon Wochen zurückliegt.
Das gilt ebenso für anhaltenden Durchfall, Hautveränderungen oder auffällige Müdigkeit. Die meisten dieser Beschwerden sind harmlos. Die wenigen, die es nicht sind, sollte man früh finden.
Beratung vereinbaren
Wir schauen gemeinsam auf Ihre Route und stellen Ihren persönlichen Impfplan zusammen. Auf Wunsch auch per Videosprechstunde.
Die reisemedizinische Beratung und Reiseimpfungen sind Selbstzahlerleistungen. Die Kosten nennen wir Ihnen vorab.
Bitte achten Sie auf die Termin-Bestätigungs-E-Mail.
Dort enthalten ist ein Fragebogen für Ihre bevorstehende Reise. So können wir uns entsprechend vorbereiten und haben die benötigten Informationen parat.